aus wuff 1/2004


"Hundisch" denken!

 
von
Stefanie Bockrath und Kai Pottz 
 

Am 20./21. März 2004 wurde das von Thomas Bode angebotene Seminar über Hundeverhalten, “Hundesprache” und das Leben als Rudeltier (im letzten wuff schon einmal angesprochen) in Frotheim noch einmal angeboten.
Wir, selbst Besitzer des gut einjährigen Kromirüden Fanjo, wollten diese Chance nutzen, etwas mehr über die Hintergründe des Verhaltens der Hunde untereinander und gegenüber ihren Menschen zu erfahren.
Angekommen sind wir in dem Glauben, schon viel über die Hunde zu wissen und auch nicht zu viele Fehler gemacht zu haben (denn man wird ja von den Züchtern immer gut beraten und sammelt in der Hundeschule und in verschiedenen Büchern immer neue Informationen).
Und dann ging es los: Über zwei sehr spannende und lehrreiche Tage erklärte uns Thomas Bode (selbst Hundetrainer mit eigener Hundeschule und Verhaltenstrainer), was das Rudel als Lebensform für die Tiere bedeutet, wie Aufgaben verteilt sind, wie allgemein so ein Rudel funktioniert und warum man die Regeln gut auf das “Hund-Mensch- Rudel” übertragen kann. Dabei stellte sich sehr deutlich heraus, dass die Sichtweisen und Gedanken von Mensch und Tier sich in vielen Punkten, gerade in der Frage, wer Rudelanführer ist, doch deutlich unterscheiden und dadurch Missverständnisse im Alltag auftreten. Um nur ein Beispiel von vielen zu nennen: Im Rudel eröffnet der Rudelanführer den “Jagdausflug” (also den Spaziergang), bestimmt die Richtung und wählt die Beute aus. Demnach müssten also immer die Menschen beim Verlassen des Hauses zuerst durch die Haustür gehen.
Wahrscheinlich werden Sie jetzt feststellen müssen, dass bei Ihnen im Alltag eigentlich immer der Hund zuerst durch die Tür flitzt, was Sie aber nicht weiter schlimm finden (wie es bei uns auch war!). Der Hund schließt daraus, dass er wohl der Rudelchef sein muss und nimmt diese Rolle immer mehr ein. Dabei werden viele von uns innerlich sicher laut “aufjaulen” bei dem Gedanken, dass nicht wir, sondern unser Hund der Chef in unserem Hund-Mensch- Rudel ist.
Ziel des Seminares ist vor allem zu erkennen, dass Hund und Mensch die gleiche Situation oft völlig unterschiedlich deuten.
Dazu bietet Thomas Bode eine Methode an, mit der man eine für den Hund artgerechte Integration in den Alltag der Menschen erreichen kann. Wenn Sie jetzt in Gedanken seufzen und denken, dass Sie das nicht so leicht umsetzten können: Falsch gedacht, denn die Methode reduziert sich im Wesentlichen auf 5 Punkte, die leicht und ohne große Umstellung in den alltäglichen Umgang eingebaut werden können. Und erste Erfolge sieht man bereits nach wenigen Tagen, wie wir aus eigener Erfahrung berichten können!
Abgefahren sind wir dann aus Frotheim mit der Erkenntnis, dass wir doch nicht so schlau waren, wie wir dachten und im Umgang mit unserem Hund doch noch Vieles besser machen können. Dadurch bessern sich dann auch fast automatisch die Verhaltensweisen unseres Hundes, die uns manchmal gar nicht so angenehm waren (wie z.B. Verbellen anderer Hunde und Menschen, Ungeduld und Zerren an der Leine beim Spazieren und Manches andere mehr).
Ergänzen möchten wir noch, dass Thomas Bode zum Teil andere Meinungen und Ansichten nicht so recht gelten lässt und gerne das letzte Wort für sich in Anspruch nimmt. Trotzdem kann man ihm über zwei volle Tage sehr gut zuhören da er sehr engagiert und bildhaft spricht und die Informationen mit vielen Beispielen aus seiner täglichen Arbeit untermalt. Man merkt, dass es ihm sehr am Herzen liegt, zu einem glücklichen und problemlosen Zusammenleben zwischen Mensch und Hund beizutragen.
Wir können das Seminar nur uneingeschränkt weiterempfehlen!
Weiter Infos unter www.dogs-for-family.de!


Stefanie Bockrath und Kai Pottz mit Fanjo (Flügger vom Steenbrook)

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