Kromfohrländer als Rettungshunde

Rettungshunde 1 -  Besja vom Schwarzenroth

Rettungshunde 2 -  Basti vom Cronewaldstollen

Besja vom Schwarzenroth

Also eigentlich heiße ich Besja vom Schwarzenroth, bin jetzt knapp drei Jahre alt und möchte Euch meine ersten drei Jahre bei meiner Familie mal beschreiben. Was da alles los war..., aber ich hoffe, dass das noch seeeehr lange so bleibt.

Am Anfang war ein Urlaub im November 1998, in dem hat mein zukünftiges Frauchen ihren Mann davon überzeugen können, dass ein Hund ein richtig guter Freund und Hausgenosse wäre - wäre da nicht die Angst, die mein Herrchen vor anderen Hunden hat (aber ich sag´s gleich, ich beschütze ihn wo´s nur geht!!!).

Die große Frage, ob groß oder klein, hat sie Ihm überlassen. Nicht zu klein, hieß es dann, also Hundelexikon raus und suchen!! Es war kein Zufall, dass wir Kromis ausgesucht wurden - bei der Beschreibung - das war Schicksal!!!!

Als feststand, welche Rasse ins Haus kommen sollte, hat mein Frauchen sich auf die Suche nach einem Züchter gemacht. Fündig wurde sie, mit viel Glück, im Saarland bei meiner Mama. Rauhaarig sollte ich sein mit einem schönen Bart und nicht zu lang im Fell. Was für Ansprüche - tse - aber was tut man nicht alles!! Aber bei uns weiß man ja nie??? Es dauerte noch ein knappes halbes Jahr bis ich bei meiner Familie landen sollte. Im April 1999 kam ich mit acht weiteren Geschwistern zur Welt. Von da ab sah ich meine zukünftigen Besitzer so etwa alle zwei Wochen. Sie haben es sich nicht nehmen lassen insgesamt sechsmal die 125 km lange Strecke zu fahren, nur um mich zu sehen.
Besja "Ronja" vom Schwarzenroth in Aktion
Im Juli bei ihrem letzten Besuch war es dann soweit, mein Frauchen nahm mich, nachdem sie nur für mich ihre Arbeitszeit auf 75% reduziert und dann auch noch Urlaub genommen hatte, endlich mit in mein neues Zuhause! 

Wohl habe ich mich von Anfang an gefühlt, sicher, meine Geschwister haben mir zu Beginn schon gefehlt, aber mein Frauchen hatte da ein richtig gutes Rezept: überall durfte ich dabei sein und überall wurde mit mir bis zum Umfallen gespielt. Das Größte: zweimal die Woche in eine Welpenschule und als ich dafür zu groß war, sollte ich mit bei den Großen trainieren, um eine Begleithundeprüfung zu machen. Schnell war klar, das reicht mir nicht aus. Möglichkeiten mit Hunden zu arbeiten gibt es bei uns wie Sand am Meer, eine davon ist die Rettungshundearbeit. Da meine Besitzer beide ehrenamtlich im DRK Mitglied sind, und in einer Nachbarstadt eine Rettungshundestaffel aufgebaut wurde, lag der nächste Schritt auf der Pfote! Wir sind also dahin, haben uns das alles gut angeschaut und haben dann beschlossen, dort mitzumachen. Hey Leute, das macht richtig Spaß!! 

Dann wurde mein Frauchen schwanger und durfte aufgrund der Bestimmungen, gesetzlicher Vorschriften und von ärztlicher Seite nicht mehr mit mir trainieren.
Mir wurde, weil mein "stressiger" Alltag von jetzt auf gleich so heruntergeschraubt wurde, richtig langweilig. Nein, ich habe nichts kaputtgebissen - das habe ich als Welpe schon nicht getan.

Unser Nachwuchs ist ja auch ein süßer Fratz und sie darf auch alles mit mir machen, aber sie hat eben Ihre Zeit gebraucht. Zeit, die mein Frauchen früher mit mir verbracht hat. Ich bin nicht eifersüchtig - ich melde mich nur, wenn ich zu kurz komme. Denn dafür geht mein Herrchen jetzt fast jeden Tag 2-3 Stunden mit mir im Wald spazieren. Das ist zwar keine Arbeit, aber auch schön.

Wahrscheinlich habe ich deshalb auf so wenig Stress mit so komischen Zuckungen reagiert - mein Frauchen und mein Tierarzt sagen, es waren epileptische Anfälle, insgesamt vier an der Zahl.

Nach 1½ Jahren Pause haben wir jetzt im April/Mai wieder mit meinem/unserem Training angefangen und was soll ich sagen: ich bin in meinem gewohnten Stress und hatte seitdem keinen Anfall mehr. Ich möchte nichts beschreien, aber von mir aus kann der durchaus lange/seeehr lange auf sich warten lassen.
Und das allerwichtigste: ich habe mein Frauchen jetzt mindestens zweimal in der Woche für mich ganz alleine!! Toll, nicht? 
Wenn wir unsere Prüfung geschafft haben, melde ich mich wieder bei euch. Ach übrigens: ich bin kurz-rauhaarig mit Bart, so wie sich es mein Frauchen gewünscht hat. Ihr seht auch, solche Wünsche können wir ab und zu erfüllen - es hätte auch anders sein können, deshalb hätte mich mein Frauchen nicht weniger lieb.

Tschüüüß bis denn 
Ronja mit ihrer Besitzerin Antje Strinz




Basti vom Cronewaldstollen

Seit Februar 2001 ist Basti vom Cronewaldstollen (*09.09.2000) in der Rettungshundestaffel Warendorf in der Ausbildung zum Rettungshund.

Nach zweimonatigem Schnupperkurs hat Basti den praktischen und sein Herrchen Carsten Barz den theoretischen Teil bestanden. Seitdem wird zweimal pro Woche in der Fläche und in Trümmern nach vermissten und verschütteten Personen gesucht.
Basti vom Cronewaldstollen
Der Hund lernt, gefundene Personen durch Bellen anzuzeigen.
Die Hunde müssen anhaltend motivierbar und umweltsicher sein und ein ausgeprägtes Interesse an der Zusammenarbeit mit fremden Menschen haben. Hingegen aller Aussage, der Kromfohrländer sei eher menschenscheu und zurückhaltend fremden Personen gegenüber, trifft dieses bei Basti nicht zu. Basti freut sich bei jeder Person, die bei uns klingelt, egal ob Postbote, Schornsteinfeger oder doch die Familie. Positiv für die Arbeit ist zusätzlich der hohe Spieltrieb und die Intelligenz, die der Kromfohrländer von Natur aus mitbringt.
Im Frühjahr 2002 soll die erste Prüfung sein, bei der anschließend bescheinigt wird, dass er und sein Herrchen einsatzfähig sind. Vorraussetzung dafür war, die bestandene Begleithundeprüfung am 27.10.2001. Mit seinen 14 Monaten hat er die Unterordnung und den Straßenteil gut gemeistert.
Wenn es mal wieder was neues und interessantes von mir und meiner Rettungshundearbeit zu berichten gibt, schreibe ich wieder an den wuff.

Basti vom Cronewaldstollen mit 
seinem Herrchen Carsten Barz und Familie.

(aus wuff 3/2001)

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