Wer mich kennt, weiß, dass ich
kein Freund von Ausstellungen bin. Es kommt sehr stark auf das
Tagesverhalten des Hundes an, die Vorbereitungen, die man selbst getroffen
hat (oder auch nicht) und nicht zuletzt auf die Tagesform des Richters und
die Umgebung bei der Ausstellung an. Alles Kritierien, die zu positiven,
aber auch zu negativen Bewertungen führen können. Aber - Ausstellungen sind
wichtig um eine Hunderasse vorzustellen und, wie es auch bei den
Kromfohrländern der Fall ist, einer größeren Öffentlichkeit zu präsentieren
und bekannt(er) zu machen. Da sollte doch der Hund im Ring eine besonders
gute Figur machen. Nicht nur, um Preise zu erhalten.
Diejenigen unter Ihnen, die selbst schon an Ausstellungen teilgenommen
haben, werden festgestellt haben, dass es Anlass zu der einen und auch
anderen Kritik gibt. Nicht nur unsere Kromis, auch andere Hunderassen,
zeigen im Ausstellungsring nicht unbedingt ihr bestes Verhalten. Ich möchte
aus diesem Grund, Ihnen nochmals die
Tipps von unserer ehemaligen
Ausstellungsbeauftragten, Frau Sabine Aust, zur Lektüre andienen. Wer sich
diese Anregungen zu Eigen macht, hat bestimmt mehr Spaß an Ausstellungen.
Und nicht nur Sie!
Checkliste für Aussteller:
Vor der Zuchtschau:
• Meldepapiere frühzeitig anfordern (bei der Ausstellungsbeauftragten)
Kontrollieren Sie frühzeitig den Impfpass Ihres Hundes auf die Gültigkeit
der Tollwutschutzimpfung (darf zum Zeitpunkt der Ausstellung nicht älter als
ein Jahr sein und nicht jünger als einen Monat; die Monatsfrist gilt nicht
bei Wiederholungsimpfungen, sofern diese innerhalb der Jahresfrist
durchgeführt wurden).
• Meldeschein gut lesbar ausfüllen und die Meldegebühr auf das angegebene
Konto überweisen (mit Angabe der Zuchtschau/ Hunderasse/Hundename), ggf.
Kopien des Championnachweises beilegen für den Start in der Championsklasse.
Wichtig: Bei Zahlung nach Meldeschluss wird häufig eine Inkassogebühr
fällig!
• Beachten Sie denn Meldeschluss! Der sog. zweite Meldeschluss ist der
offizielle, endgültige Meldeschluss; der erste Meldeschluss liegt ca. drei
Wochen vor dem zweiten und ist kostengünstiger.
• Kontrollieren Sie nach Erhalt der Annahmebestätigung die Daten Ihres
Hundes und melden Sie evtl. Fehler, für Korrekturen im Katalog und in den
Urkunden.
Fahrt zur Zuchtschau:
• Folgende Unterlagen müssen mit: Annahmebestätigung, Impfpass, Ahnentafel,
Sicherheitsnadel zum Anstecken der Startnummer und ggf. Championnachweis für
die Championklasse.
• Utensilien für Ihren Hund, wie Wassernapf und Wasserflasche, Vorführleine
und eine Decke bzw. Unterlage zum Ausruhen und evtl. etwas Futter.
• Transportfähige Sitzgelegenheiten sind empfehlenswert zur Überbrückung von
Pausen und passende Kleidung wäre angezeigt.
• Bitte rechtzeitig losfahren! Parkplatzsuche, Einlasskontrolle,
Katalogausgabe, Ausgabe der Startnummern etc. nehmen einige zusätzliche Zeit
in Anspruch
Auf der Zuchtschau:
• Halten Sie zur Einlasskontrolle die Annahmebestätigung und den Impfpass
bereit.
• Schauen Sie im Katalog nach der Ring- und Hallennummer und begeben sich
bitte direkt zum entsprechenden Rind und melden sich bitte bei der
Sonderleitung oder deren Helfern. So erhalten Sie Ihre Startnummer und der
Sonderleiter sieht, wer noch fehlt.
• Jetzt suchen Sie sich ein Plätzchen am Ring, richten sich “häuslich” ein
und Verschnaufen kurz. Sobald der genaue zeitliche Ablauf feststeht, werden
alle anwesenden Aussteller sofort von der Sonderleitung informiert und
können sich danach ggf. nochmal vom Ring entfernen bis zum Richten.
Tipps zur
Ausstellungsvorbereitung:
Möchte man seinen Hund
ausstellen, bedarf es einiger Vorbereitung, auch Ringtraining genannt. Üben
kann man im Prinzip überall, wer sich ganz viel Mühe machen möchte, könnte
auch einen Ring abstecken oder man legt nur die vier Eckpunkte (laut
Zuchtschauordnung sollte der Ring für unsere Hunde eine Fläche von mind. 60
m2 haben, wobei eine Ringseite nie kürzer als 6 m sein sollte. Zum Üben sind
die Maße aber nicht so von Bedeutung, nur dass Sie eine Vorstellung
bekommen).
Laufen im Ring:
Ihr Hund sollte einen schnellen Trab zeigen und Sie führen ihn in kurzen
flotten Schritten. Die Leine sollte locker sein, aber so, dass sich der Hund
nicht “verheddert”. Verwenden Sie auch schon zum Üben immer eine bestimmte
Leine/Halsband, sog. Vorführleinen wären ideal, aber eine sehr schmale
unauffällige Lederleine/-halsband (Leine ca. 1 m) eignet sich anfangs auch
zum Vorführen. Bitte kein Brustgeschirr und keine Flex-Leine,
auch diese “Nicki-Tücher” am Halsband stören bei der Beurteilung und ganz
breite, knallbunte Halsbänder sind auch nicht zum Vorführen geeignet. Üben
Sie auch bitte idealer Weise nicht mit dieser Ausstattung. Es wird so
für Ihren Hund einfacher, der verbindet nach einer Weile die kurze, dünne
Leine mit dem Üben.
Ihr Vierbeiner trabt links neben Ihnen (der Kopf des Hunde etwa auf Höhe
Ihres linken Knies). Dabei gehen Sie außen. Machen Sie aber beim Üben ruhig
auch Richtungswechsel, das fordert etwas mehr Aufmerksamkeit von Ihrem Hund.
Achten Sie bitte darauf, dass Ihr lebhafter und springfreudiger Kromi nicht
wie ein “Hüpfball” neben Ihnen herspringt. Korrigieren Sie also jegliches
“Gezappel” durch einen kurzen deutlichen Ruck an der Leine und ein scharfers
“Pfui”; wiederholen Sie es sooft es nötig ist. Unsere Kromis lernen es recht
bald. Loben Sie sofort “Fein”, sobald er artig neben Ihnen läuft. Es ist
unverkennbar, wie sehr Sie von Ihrem Vierbeiner angehimmelt werden, wenn Sie
mit Lob nicht sparen und mit leiser Stimme mit ihm reden. So zeigt er sich
sehr aufmerksam und konzentriert sich vor allem nur auf Sie, als
Hundeführer, und nicht auf seine Artgenossen, die vielleicht vor oder hinter
ihm im Ring geführt werden. Arbeiten dann die anderen Hundeführer/Aussteller
genauso mit den Hunden und achten auf genug Abstand, könnten u. U. auch
manche wilden Kläffereien vermeiden werden.
“Steh”:
im Ring sollte der Hund immer stehen bleiben und der Hundeführer Haltung
bewahren, auch wenn gerade die Anderen mit Einzelbewertungen dran sind und
die “eigene” Bewertung schon vorbei ist. Der Richter hat ein Auge für Alles.
Als Ausgangsstellung ist der Hund bei Fuß, der Hundeführer dreht sich leicht
nach links ein in Richtung Hund, Schrittstellung (rechtes Bein vorne),
Oberkörper geneigt, so dass der ausgestreckte rechte Arm in Hundekopfhöhe in
Verlängerung der Schnauze nach vorne etwas ausgestreckt werden kann, während
die linke Hand von aussen die Flanke des Hundes berührt und somit das
Hinsetzen verhindert. Dabei sagt man während der kompletten Übung ruhig ein
langgestrecktes “Steeeeeh”. Diese Hilfestellung nimmt man langsam zurück,
bis Sie wieder normal aufgerichtet neben Ihrem stehenden Hund stehen können.
Wie immer beim Üben gilt auch hier, den Hund nicht überfordern, großzügig
loben (Stimme reicht meist schon) und mit einem Erfolg die Übung beenden.
Steht er sicher, beginnt man, seine eigene Position zu wechseln,
schrittweise, bis man dann frontal zum Hund steht und nur noch die Leine
locker in einer Hand hält. Auch dabei lenkt man die Aufmerksamkeit auf
etwas, z. B. ein Handzeichen, vielleicht auch ein Leckerli oder Spielzeug,
sofern der Hund nicht vor Vorfreude anfängt “rumzuzappeln”. Vielleicht wäre
also ein Handzeichen nicht schlecht (anfangs noch durch ein “Steeeeh”
verdeutlicht) , dann lernt der Hund solange stehen zu bleiben, bis Sie Ihr
Zeichen aufheben und durch ein “o. k. ” (o. ä. ) aus dem “Steh” entlassen.
Ihr Hund erwartet dann von Ihnen ein Zeichen, welches das Ende der Übung
signalisiert und bestimmt nicht selbst, wann es Zeit wäre, sich mal
hinzusetzen. An der Position “Steh” selbst könnte man noch viel
“herumfeilen”, was ich aber an dieser Stelle nicht mehr tun möchte.
Stehen auf dem Tisch:
die Kromfohrländer gehören zu den Rassen, die auch auf dem Tisch gerichtet
werden können, was teilweise auch praktiziert wird, so dass man auch dieses
verstärkt üben sollte. Bitte stellen Sie Ihren Kromi oft genug auf einen
Tisch mit rutschfester Unterlage. Er muss nicht ganz frei stehen bleiben,
aber bitte solange darauf stehen bleiben, bis Sie ihn runterlassen -
keine Sekunde vorher!!! Auch hier entscheidet nicht der Hund die
Dauer des “Tisch-Aufenthaltes”! Bei Rüden werden dabei auch die Hoden
kontrolliert.
Zähne zeigen:
Üben Sie selbst konsequent “Zähne zeigen” auf dem Tisch/Boden und lassen Sie
auch Andere bis hin zu Fremden an Ihrem Hund die Zähne gucken. Das ist nicht
nur für Ausstellungen/Körungen wichtig, auch der Tierarzt muss ja mal ins
Maul gucken können, ohne gleich den Hund dafür zu narkotisieren! Üben Sie
bitte das Zähne zeigen!!!
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