Ausstellungsverhalten

von  Thomas Billig

Wer mich kennt, weiß, dass ich kein Freund von Ausstellungen bin. Es kommt sehr stark auf das Tagesverhalten des Hundes an, die Vorbereitungen, die man selbst getroffen hat (oder auch nicht) und nicht zuletzt auf die Tagesform des Richters und die Umgebung bei der Ausstellung an. Alles Kritierien, die zu positiven, aber auch zu negativen Bewertungen führen können. Aber - Ausstellungen sind wichtig um eine Hunderasse vorzustellen und, wie es auch bei den Kromfohrländern der Fall ist, einer größeren Öffentlichkeit zu präsentieren und bekannt(er) zu machen. Da sollte doch der Hund im Ring eine besonders gute Figur machen. Nicht nur, um Preise zu erhalten.
Diejenigen unter Ihnen, die selbst schon an Ausstellungen teilgenommen haben, werden festgestellt haben, dass es Anlass zu der einen und auch anderen Kritik gibt. Nicht nur unsere Kromis, auch andere Hunderassen, zeigen im Ausstellungsring nicht unbedingt ihr bestes Verhalten. Ich möchte aus diesem Grund, Ihnen nochmals die Tipps von unserer ehemaligen Ausstellungsbeauftragten, Frau Sabine Aust, zur Lektüre andienen. Wer sich diese Anregungen zu Eigen macht, hat bestimmt mehr Spaß an Ausstellungen. Und nicht nur Sie!

Checkliste für Aussteller:

Vor der Zuchtschau:
• Meldepapiere frühzeitig anfordern (bei der Ausstellungsbeauftragten)
Kontrollieren Sie frühzeitig den Impfpass Ihres Hundes auf die Gültigkeit der Tollwutschutzimpfung (darf zum Zeitpunkt der Ausstellung nicht älter als ein Jahr sein und nicht jünger als einen Monat; die Monatsfrist gilt nicht bei Wiederholungsimpfungen, sofern diese innerhalb der Jahresfrist durchgeführt wurden).
• Meldeschein gut lesbar ausfüllen und die Meldegebühr auf das angegebene Konto überweisen (mit Angabe der Zuchtschau/ Hunderasse/Hundename), ggf. Kopien des Championnachweises beilegen für den Start in der Championsklasse. Wichtig: Bei Zahlung nach Meldeschluss wird häufig eine Inkassogebühr fällig!
• Beachten Sie denn Meldeschluss! Der sog. zweite Meldeschluss ist der offizielle, endgültige Meldeschluss; der erste Meldeschluss liegt ca. drei Wochen vor dem zweiten und ist kostengünstiger.
• Kontrollieren Sie nach Erhalt der Annahmebestätigung die Daten Ihres Hundes und melden Sie evtl. Fehler, für Korrekturen im Katalog und in den Urkunden.

Fahrt zur Zuchtschau:
• Folgende Unterlagen müssen mit: Annahmebestätigung, Impfpass, Ahnentafel, Sicherheitsnadel zum Anstecken der Startnummer und ggf. Championnachweis für die Championklasse.
• Utensilien für Ihren Hund, wie Wassernapf und Wasserflasche, Vorführleine und eine Decke bzw. Unterlage zum Ausruhen und evtl. etwas Futter.
• Transportfähige Sitzgelegenheiten sind empfehlenswert zur Überbrückung von Pausen und passende Kleidung wäre angezeigt.
• Bitte rechtzeitig losfahren! Parkplatzsuche, Einlasskontrolle, Katalogausgabe, Ausgabe der Startnummern etc. nehmen einige zusätzliche Zeit in Anspruch

Auf der Zuchtschau:
• Halten Sie zur Einlasskontrolle die Annahmebestätigung und den Impfpass bereit.
• Schauen Sie im Katalog nach der Ring- und Hallennummer und begeben sich bitte direkt zum entsprechenden Rind und melden sich bitte bei der Sonderleitung oder deren Helfern. So erhalten Sie Ihre Startnummer und der Sonderleiter sieht, wer noch fehlt.
• Jetzt suchen Sie sich ein Plätzchen am Ring, richten sich “häuslich” ein und Verschnaufen kurz. Sobald der genaue zeitliche Ablauf feststeht, werden alle anwesenden Aussteller sofort von der Sonderleitung informiert und können sich danach ggf. nochmal vom Ring entfernen bis zum Richten.

Tipps zur Ausstellungsvorbereitung:

Möchte man seinen Hund ausstellen, bedarf es einiger Vorbereitung, auch Ringtraining genannt. Üben kann man im Prinzip überall, wer sich ganz viel Mühe machen möchte, könnte auch einen Ring abstecken oder man legt nur die vier Eckpunkte (laut Zuchtschauordnung sollte der Ring für unsere Hunde eine Fläche von mind. 60 m2 haben, wobei eine Ringseite nie kürzer als 6 m sein sollte. Zum Üben sind die Maße aber nicht so von Bedeutung, nur dass Sie eine Vorstellung bekommen).

Laufen im Ring:
Ihr Hund sollte einen schnellen Trab zeigen und Sie führen ihn in kurzen flotten Schritten. Die Leine sollte locker sein, aber so, dass sich der Hund nicht “verheddert”. Verwenden Sie auch schon zum Üben immer eine bestimmte Leine/Halsband, sog. Vorführleinen wären ideal, aber eine sehr schmale unauffällige Lederleine/-halsband (Leine ca. 1 m) eignet sich anfangs auch zum Vorführen. Bitte kein Brustgeschirr und keine Flex-Leine, auch diese “Nicki-Tücher” am Halsband stören bei der Beurteilung und ganz breite, knallbunte Halsbänder sind auch nicht zum Vorführen geeignet. Üben Sie auch bitte idealer Weise nicht mit dieser Ausstattung. Es wird so für Ihren Hund einfacher, der verbindet nach einer Weile die kurze, dünne Leine mit dem Üben.
Ihr Vierbeiner trabt links neben Ihnen (der Kopf des Hunde etwa auf Höhe Ihres linken Knies). Dabei gehen Sie außen. Machen Sie aber beim Üben ruhig auch Richtungswechsel, das fordert etwas mehr Aufmerksamkeit von Ihrem Hund. Achten Sie bitte darauf, dass Ihr lebhafter und springfreudiger Kromi nicht wie ein “Hüpfball” neben Ihnen herspringt. Korrigieren Sie also jegliches “Gezappel” durch einen kurzen deutlichen Ruck an der Leine und ein scharfers “Pfui”; wiederholen Sie es sooft es nötig ist. Unsere Kromis lernen es recht bald. Loben Sie sofort “Fein”, sobald er artig neben Ihnen läuft. Es ist unverkennbar, wie sehr Sie von Ihrem Vierbeiner angehimmelt werden, wenn Sie mit Lob nicht sparen und mit leiser Stimme mit ihm reden. So zeigt er sich sehr aufmerksam und konzentriert sich vor allem nur auf Sie, als Hundeführer, und nicht auf seine Artgenossen, die vielleicht vor oder hinter ihm im Ring geführt werden. Arbeiten dann die anderen Hundeführer/Aussteller genauso mit den Hunden und achten auf genug Abstand, könnten u. U. auch manche wilden Kläffereien vermeiden werden.

“Steh”:
im Ring sollte der Hund immer stehen bleiben und der Hundeführer Haltung bewahren, auch wenn gerade die Anderen mit Einzelbewertungen dran sind und die “eigene” Bewertung schon vorbei ist. Der Richter hat ein Auge für Alles.
Als Ausgangsstellung ist der Hund bei Fuß, der Hundeführer dreht sich leicht nach links ein in Richtung Hund, Schrittstellung (rechtes Bein vorne), Oberkörper geneigt, so dass der ausgestreckte rechte Arm in Hundekopfhöhe in Verlängerung der Schnauze nach vorne etwas ausgestreckt werden kann, während die linke Hand von aussen die Flanke des Hundes berührt und somit das Hinsetzen verhindert. Dabei sagt man während der kompletten Übung ruhig ein langgestrecktes “Steeeeeh”. Diese Hilfestellung nimmt man langsam zurück, bis Sie wieder normal aufgerichtet neben Ihrem stehenden Hund stehen können. Wie immer beim Üben gilt auch hier, den Hund nicht überfordern, großzügig loben (Stimme reicht meist schon) und mit einem Erfolg die Übung beenden. Steht er sicher, beginnt man, seine eigene Position zu wechseln, schrittweise, bis man dann frontal zum Hund steht und nur noch die Leine locker in einer Hand hält. Auch dabei lenkt man die Aufmerksamkeit auf etwas, z. B. ein Handzeichen, vielleicht auch ein Leckerli oder Spielzeug, sofern der Hund nicht vor Vorfreude anfängt “rumzuzappeln”. Vielleicht wäre also ein Handzeichen nicht schlecht (anfangs noch durch ein “Steeeeh” verdeutlicht) , dann lernt der Hund solange stehen zu bleiben, bis Sie Ihr Zeichen aufheben und durch ein “o. k. ” (o. ä. ) aus dem “Steh” entlassen. Ihr Hund erwartet dann von Ihnen ein Zeichen, welches das Ende der Übung signalisiert und bestimmt nicht selbst, wann es Zeit wäre, sich mal hinzusetzen. An der Position “Steh” selbst könnte man noch viel “herumfeilen”, was ich aber an dieser Stelle nicht mehr tun möchte.

Stehen auf dem Tisch:
die Kromfohrländer gehören zu den Rassen, die auch auf dem Tisch gerichtet werden können, was teilweise auch praktiziert wird, so dass man auch dieses verstärkt üben sollte. Bitte stellen Sie Ihren Kromi oft genug auf einen Tisch mit rutschfester Unterlage. Er muss nicht ganz frei stehen bleiben, aber bitte solange darauf stehen bleiben, bis Sie ihn runterlassen - keine Sekunde vorher!!! Auch hier entscheidet nicht der Hund die Dauer des “Tisch-Aufenthaltes”! Bei Rüden werden dabei auch die Hoden kontrolliert.

Zähne zeigen:
Üben Sie selbst konsequent “Zähne zeigen” auf dem Tisch/Boden und lassen Sie auch Andere bis hin zu Fremden an Ihrem Hund die Zähne gucken. Das ist nicht nur für Ausstellungen/Körungen wichtig, auch der Tierarzt muss ja mal ins Maul gucken können, ohne gleich den Hund dafür zu narkotisieren! Üben Sie bitte das Zähne zeigen!!!

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  aus wuff 5/2006