Tipps zur Ausstellungsvorbereitung

 

Möchte man seinen Hund ausstellen, bedarf es einiger Vorbereitung, auch Ringtraining genannt. Üben kann man im Prinzip überall; wer sich ganz viel Mühe machen möchte, könnte auch einen Ring abstecken oder man legt nur die vier Eckpunkte. (Laut Zuchtschau-Ordnung sollte der Ring für unsere Hunde eine Fläche von mind. 60 m² haben, wobei eine Ringseite nie kürzer als 6m sein sollte. Zum Üben sind die Maße aber nicht so von Bedeutung, nur dass Sie eine Vorstellung davon bekommen). 
Laufen im Ring:
Ihr Hund sollte einen schnellen gleichmäßigen Trab zeigen, und Sie führen ihn in kurzen, flotten Schritten. Die Leine sollte locker sein -aber so, dass sich der Hund nicht „verheddert“-. Verwenden Sie auch schon für das Üben immer eine bestimmte Leine/Halsband; sog. Vorführleinen wären ideal, aber ein sehr schmales unauffälliges Lederhalsband/Leine (ca. 1m) eignet sich anfangs auch zum Vorführen.
Bitte kein Brustgeschirr und keine Flex-Leine , auch die „Nicki-Tücher“ am Halsband stören bei der Beurteilung. Ganz breite, knallbunte Halsbänder sind auch nicht für das Vorführen geeignet. Also üben Sie auch bitte idealerweise nicht mit dieser Ausstattung. Es wird auch für Ihren Hund einfacher, der verbindet nach einer Weile die kurze, dünne Leine mit dem Üben, so wie er vielleicht den Quitschigel mit spielen beim Agility-Training verbindet. Ihr Vierbeiner trabt links neben Ihnen (Hundekopf etwa auf Höhe Ihres linken Knies). Dabei gehen Sie aussen. Machen Sie aber beim Üben ruhig auch Richtungswechsel, das fordert etwas mehr Aufmerksamkeit von Ihrem Hund. 
Achten Sie bitte darauf, dass Ihr lebhafter und springfreudiger Kromi nicht wie ein „Hüpfball“ neben Ihnen herspringt. Korrigieren Sie also jegliches „Gezappel“ durch einen kurzen deutlichen Ruck an der Leine und ein scharfes „Pfui, ist das“, wiederholen Sie es so oft es nötig ist, unsere Kromis lernen es recht bald. Loben sie sofort „fein gemacht“..., sobald er artig neben Ihnen läuft. Es ist unverkennbar, wie sehr Sie von Ihrem Vierbeiner angehimmelt werden, wenn Sie mit Lob nicht sparen und mit leiser Stimme mit ihm reden. So zeigt er sich sehr aufmerksam und konzentriert sich vor allem nur auf Sie als Hundeführer und nicht auf seine Artgenossen, die vielleicht vor und hinter ihm im Ring geführt werden. Arbeiten dann die anderen Hundeführer/Aussteller genauso mit den Hunden und achten auf genug Abstand, können auch manche wilden Kläffereien vermieden werden.
„Steh“
Im Ring sollte der Hund immer stehen bleiben und der Hundeführer Haltung bewahren, auch wenn gerade die Anderen mit Einzelbewertungen dran sind und die „eigene“ Bewertung schon vorbei ist. Der Richter hat ein Auge für Alles. 
Als Ausgangsstellung ist der Hund bei Fuß, der Hundeführer dreht sich leicht nach links in Richtung Hund, Schrittstellung (rechtes Bein vorne), Oberkörper geneigt, so dass der ausgestreckte rechte Arm in Hundekopfhöhe in Verlängerung der Schnauze nach vorne etwas ausgesteckt werden kann, während die linke Hand von außen die Flanke des Hundes berührt und somit das Hinsetzen verhindert. Dabei sagt man während der kompletten Übung ruhig ein langgezogenes „Steeeeehh...“.
Diese Hilfestellungen nimmt man langsam zurück, bis Sie wieder normal aufgerichtet neben Ihrem stehenden Hund stehen können. Wie immer beim Üben gilt auch hier, den Hund nicht überfordern, großzügig loben (Stimme reicht meist schon) und mit einem Erfolg die Übung beenden. Steht er sicher, beginnt man, seine eigene Position zu wechseln, schrittweise, bis man dann frontal zum Hund steht und nur noch die Leine locker in einer Hand hält. Auch dabei lenkt man die Aufmerksamkeit auf etwas, z.B. ein Handzeichen, vielleicht auch ein Leckerli oder Spielzeug, sofern der Hund nicht vor Vorfreude anfängt rumzuzappeln. Vielleicht wäre also ein Handzeichen nicht schlecht (anfangs noch durch ein „steeeh“ verdeutlicht), dann lernt der Hund solange stehen zu bleiben, bis Sie Ihr Zeichen aufheben und ihn durch ein „o.k.“ (o.ä.) aus dem „Steh“ entlassen. Ihr Hund erwartet dann von Ihnen ein Zeichen, welches das Ende der Übung signalisiert und bestimmt nicht selbst, wann es Zeit wäre, sich mal hinzusetzen. An der Position „Steh“ selbst könnte man noch viel „herumfeilen“, was ich aber an dieser Stelle nicht mehr tun möchte.
Stehen auf dem Tisch
Die Kromfohrländer gehören zu den Rassen, die auch auf einem Tisch gerichtet werden können, was teilweise auch praktiziert wird, so dass man auch dieses verstärkt üben sollte. Bitte stellen Sie Ihren Kromi oft genug auf einen Tisch mit rutschfester Unterlage. Er muss nicht ganz frei stehen bleiben, aber bitte solange drauf stehen bleiben, bis Sie ihn runter lassen -keine Sekunde vorher!! Auch hier entscheidet nicht der Hund die Dauer des „Tisch-Aufenthaltes“! (Bei Rüden werden dabei auch die Hoden kontrolliert.)
„Zähne zeigen“
Üben Sie selbst konsequent “Zähne zeigen“ auf dem Tisch/Boden und lassen Sie auch Andere bis hin zu Fremden an Ihrem Hund die Zähne kontrollieren. Das ist nicht nur für Ausstellungen/Körungen wichtig, auch der Tierarzt mussins Maul sehen können, ohne gleich den Hund dafür zu narkotisieren! Üben Sie bitte Zähne zeigen!!
Gut, damit möchte ich keinen Kromfohrländerfreund abschrecken, ganz im Gegenteil, ich würde gerne noch mehr Leute ermutigen/aufmuntern, sich auf Ausstellungen „zu trauen“. Ich wünsche mir, für die fleißigen, bereits routinierten Aussteller, ein bischen Verstärkung für unser „Kromfohrländer-Team“ zu bekommen. Ausstellungen sind zwar immer auch mit einigem Stress verbunden, aber letztendlich bemühen sich alle, diesen anstrengenden Tag so zu gestalten, dass Sie sich gerne daran erinnern (und einzelne Bewertungen nicht die Hauptrolle spielen).
In diesem Sinne verbleibe ich und grüße Sie ganz herzlich

Ihre Sabine Aust*

P.S.
Für Interessierte gibt es einen vierseitigen Beitrag „Ringtraining + Ausstellungsknigge“. Dieser kann zusammen mit einer „Checkliste für Aussteller“ bei mir angefordert werden; bitte gegen 2,20 DM Rückporto.
Alternativ gibt es noch das Buch „Gutes Handling“ (E. Peper)

Weiter zu dem Thema: Ausstellungsverhalten

(aus wuff 2/2001)

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