Ein Kromi auf der Gehaltsliste


Leider nicht, obwohl ich seit beinahe einem Jahr mit meinem Frauchen in einem Altenheim in Krefeld arbeite. Ich denke, das ist ungewöhnlich für einen Hund und deshalb möchte ich mich vorstellen und erzählen, wie ich zu meinem Job gekommen bin.

Arista vom Krömchen
Ich heiße Arista vom Krömchen, werde aber Funny genannt, und bin am 2.9.2000 als Welpe zu meiner neuen Familie nach Krefeld gekommen. Zunächst haben wir zu Hause einen schönen Urlaub verbracht, damit ich mich gut eingewöhnen konnte. Aber nach ein paar Wochen mussten meine Leute wieder arbeiten und wollten mich auf keinen Fall alleine lassen. Also hat mich mein Frauchen mitgenommen. Sie arbeitet in der Verwaltung des Altenheimes und hat mir ein gemütliches Plätzchen unter ihrem Schreibtisch gemacht. Ich wurde von den Kollegen und besonders von den Bewohnern freudig begrüßt, und, obwohl ich noch ein wenig schüchtern war, habe ich mich von meiner besten Seite gezeigt. Alle fanden mich „furchtbar" niedlich und mein Frauchen wäre beinahe vor Stolz geplatzt. Aber bevor das passieren konnte, habe ich ein Pfützchen gemacht und sie so schnell wieder auf den Boden der Tatsachen geholt. Peinlich, aber so ein Ausrutscher ist mir nur am ersten Tag passiert, ehrlich.

Ich habe mich ganz schnell an meine neue Umgebung und an meine Aufgaben gewöhnt. Einige Bewohner warten schon morgens auf mich, und wir begrüßen uns ausgiebig. Ich lasse mich streicheln und soll nicht springen. Das ist schwer und ich gebe mir auch wirklich Mühe. Aber bei den Leuten, die ich besonders gern habe, muss ich immer mal wieder hüpfen. Allmählich trudeln auch unsere Kollegen ein, bei denen dann die Begrüßung schon temperamentvoller ausfällt. Kurze Zeit später sitzen alle an den Schreibtischen und ich langweile mich. Also ziehe ich mich zu meinem Büroschlaf zurück. Unser Chef sagt, außer mir darf das keiner.

Um 9.30 Uhr ist Frühstückspause. Wir treffen uns dann mit anderen Mitarbeitern in der Cafeteria. Das gefällt mir, denn meistens erwische ich auf dem Boden ein paar leckere Krümel. Von einigen Tischen rufen mich die alten Leute, aber ich bleibe brav bei meinem Frauchen unter dem Stuhl bis die Pause vorüber ist. Dann gehen wir hier und da an einen Tisch und ich lasse mich streicheln, während mein Frauchen ein Schwätzchen hält. Die Bewohner lieben das und anfangs wollten sie mich immer mit Frühstücksresten füttern. Das hätte mir ganz gut gefallen, aber Frauchen hat es streng verboten. Schade eigentlich.Arista vom Krömchen Manchmal kommt jemand in unser Büro und bringt mir ein Hundeleckerchen vorbei. Das ist dann erlaubt, kommt aber leider nicht so oft vor.

In der ersten Zeit habe ich auch einige Büroarbeiten übernommen, z.B. Papier zerkleinert oder Computerkabel sortiert. Da aber niemand meine Bemühungen zu schätzen wusste, müssen sie jetzt auf meine Hilfe verzichten. Ich bin nun schon ein großer Kromi und habe einen eigenen Sessel am Fenster. Das ist mein Lieblingsplatz. Während Frauchen arbeitet, kann ich alles beobachten, was vor dem Haus passiert.
So vergeht unser Vormittag wie im Flug. Um 12.00 Uhr haben wir Feierabend, und mein Frauchen schaltet den Computer ab. Dieses Geräusch erkenne ich genau und springe aufgeregt von meinem Sessel. Ich warte an der Tür, denn nun ist wirklich Schluss für heute.
Vergnügt machen wir noch einen Spaziergang durch den Wald hinter dem Altenheim und dann fahren wir nach Hause. Bis morgen also!

Funny und Jutta Bambeck

(aus wuff 3/2001)

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