Literatur für Hundefreunde

Die Autorin leitet einen Gnadenhof, gibt Seminare und wird von der Polizei, Tierheimen und verzweifelten Hundehaltern oft als letzte Hoffnung geholt, zumeist zu so genannten “Kampfhunden”. Es gelingt ihr, diese Außenseiter wieder in ein soziales Umfeld zu integrieren. Dennoch macht sie nichts Geheimnisvolles oder Esoterisches. Der Buchtitel ist sicher vom Verlag festgelegt worden und sollte nicht vorm Lesen abschrecken. Zwar sind Kromis keine prädestinierten Problemhunde, wie viele Missverständnisse dennoch in der alltäglichen Kommunikation mit unseren Lieblingen passieren können, ist mir bei der Lektüre klar geworden.

Das Buch hat über 500 Seiten und ist durchgehend farbig bebildert. Es ist schwer, seinen Inhalt kurz wiederzugeben. Am wichtigsten erscheint mir das Grundverständnis der Autorin, die Hunden und Tieren generell eine eigene Persönlichkeit mit einem breiten Spektrum an Gefühlen auf der Basis ihrer ursprünglichen Lebensgewohnheiten und angezüchteten Merkmalen zuerkennt, die wir respektieren sollten. Vor allem aber gilt es, sie erstmal zu erkennen!

Den Hauptteil der Darstellung bilden Kapitel zu allen relevanten Hunde-Menschen-Themen, reich mit Beispielen und gut verständlichen Aufbereitungen des aktuellen Wissensstandes zur Physiologie und Psychologie der Caniden versehen. Immer wieder plädoyiert Ch. Rohn dabei für ein echtes Verständnis zwischen Mensch und Hund, jeweils auf der Basis der individuellen Voraussetzungen auf beiden Seiten. Sie gibt also keine Rezepte vor, jedoch eine Menge Handlungsanregungen. Ihre Methode hat sie unter dem Begriff “Dogsense ” patentieren lassen. Hunde-Sinn, -Verstand und -Bedeutung im weitesten Sinne also.

Mit Elke Heidenreich kann ich zu diesem Buch nur sagen: Lesen, lesen!

Elenore Gräfin von Westarp



Man nennt mich
Hundeflüsterin

Die Geheimnisse der Verständigung mit dem Tier
von Christiane Rohn
Verlag ComArt Verlag
ISBN:3-905319-88-8
Preis 42,00 €

 

 

  

 

Kennen Sie das? Sie gehen an einem Restaurant vorbei und es riecht gut. Sie
bekommen Appetit. Oder Sie betreten eine Bäckerei und der Geruch von frisch gebackenem Brot steigt Ihnen in die Nase. Die „Düfte“ an einem Klärwerk lassen uns eher die Nase abwenden.

Ein Hund hätte Ihnen jetzt sagen können, welche Gewürze an dem von Ihnen wahrgenommenen Geruch bei dem Restaurant verwendet wurden, wie viele verschiedene Brote der Bäcker gebacken hat oder welche Stoffe im Klärwerk vorhanden sind.
Das liegt daran, dass der Mensch gerade mal 10 cm2 Riechschleimhaut hat, der Hund
hingegen 170 cm 2. Dort hat der Hund auch 10x mehr Riechzellen pro cm 2 als der Mensch.

Der Hund kann also wesentlich besser riechen als wir. Das kann man ausnutzen, um
ihn als Rettungs-, Rauschgift- oder Sprengstoffspürhund auszubilden. Aber auch, um diese Riechfähigkeiten für Spiele und Beschäftigungsmöglichkeiten für Zuhause zu gebrauchen. Ein Hund, der verstanden hat,was der Mensch von ihm möchte, nämlich „Suchen“, wird viel Spaß beim Lösen dieser Aufgaben haben.

Viviane Theby beschreibt den Weg, wie ein Hund sogar verlorene Schlüssel im hohen Gras wieder findet, in ihrem Buch „Schnüffelstunde“ auf anschauliche Weise. Stufenweise wird die Ausbildung dazu erläutert. Die einzelnen Schritte werden beschrieben und es wird immer wieder darauf hingewiesen, dass der Hund durch Belohnung am Besten lernt. Wenn er etwas falsch macht, hat der Mensch ihn nicht richtig angeleitet und sollte im Training einige Schritte zurückgehen.

Wenn der Hund motiviert ist und die Übungen verstanden hat, sollte man die Schwierigkeit erhöhen und verschiedene Variabeln einfügen. Hier kann die Autorin nicht in letzter Konsequenz sagen, was zu tun ist. Hier ist die Fantasie des Menschen gefordert. Zudem ist es unabdingbar, dass der Hundeführer seinen Hund „lesen“ lernt. Also genau weiß, wann eine Spur aufgenommen wurde, wann der Hund die Spur verloren hat und neu anfängt zu suchen und wann er etwas gefunden hat. Dieses Einfühlungsvermögen bestimmt den Punkt, an dem die Übungen weitergehen und/oder die Schwierigkeit erhöht wird. Ein „Ich kann jetzt alles!“ wird es nie geben. Die Übungen können erweitert, erschwert und auf verschiedenen Untergründen gemacht werden.

Eine bestimmt sehr sinnvolle Beschäftigung für Hunde, die sie nicht lernen müssen. Sie können bereits ausgezeichnet riechen! Der Mensch muss nur lernen, wie er seinem
Hund beibringt, was er will. Das wird in diesem Buch beschrieben. Vom „einfachen“ Bringen eines Bierdeckels bis zum Rettungshund, der verschüttete Opfer in einem freien Gelände findet.

Natürlich soll dieses Buch nicht dazu anleiten, alle Hunde als Rettungshund auszubilden. Es soll nur anregen, die natürlichen Fähigkeiten des Hundes zu nutzen, um ihn auf eine sinnvolle Weise zu beschäftigen und das Verhältnis Hund-Mensch zu festigen. Dies ist für die Spurensuche sehr wichtig.

Voraussetzung für die Spurensuche und die Ausbildung des Hundes ist, wie so häufig, Zeit. Man braucht viele Trainingseinheiten, die immer und immer wieder gemacht werden müssen, um dem Hund die einzelnen Schritte der Ausbildung näher zu bringen. Damit der Hund versteht, was der Mensch von ihm will. Wer viel Zeit und Lust hat, sich intensiv mit seinem Hund zu beschäftigen, wird in diesem Buch eine gute Anleitung dazu finden.

Aber Vorsicht: Es ist kein Leitfaden, den man einfach abarbeitet. Eigene Fantasie, Kreativität in der Auswahl der Suchgegenstände und dem Legen von Spuren sowie Eigeninitiative sind
hier gefordert.

Thomas Billig

Schnüffelstunde

Nasenspiele für Hunde
von
Viviane Theby
Kynos Verlag,
ISBN 3-933228-78-6
Preis 9,90 €


(aus wuff 2/2005)

 

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