Ali Baba im Kindergarten
Hallo, seid gegrüßt Ihr Kromis, natürlich
auch Eure Menschen.
Zuerst möchte ich mich mal vorstellen. Ich heiße Ali-Baba von der Au, kam in einer
wunderbaren liebevollen Umgebung zur Weit, zusammen mit einem Bruder und vier Schwestern.
Ich bin ein Glatthaar-Rüde und sprühe vor Energie und Lebensfreude. Meine
Lieblingsbeschäftigung ist spazierengehen - all die tollen Gerüche und Eindrücke -
immer wieder gibts was Neues, und ich kann einfach nicht daran vorbeigehen.
Auch liebe ich Ballspiele verschiedenster Art, natürlich auch im Wohnzimmer. Ganz toll
ist für mich das Spielen mit dem Würfel.
Besonders interessant ist es vor allem abends, wenn mein Herrchen Fernsehen möchte. Aber
wenn ich den Würfel bewege, (möglichst schnell), damit ich an die vielen leckeren Sachen
komme, die mein Frauchen darin versteckt hat, dann scheppert und kleppert es so herrlich,
dass ich dadurch sogar imstande bin, den Fernseher zu übertönen (zur Freude
meines Herrchens).
Da mein Frauchen mich schon öfter für kurze Zeit mit in den Kindergarten genommen hatte
und wir - sowohl die Kinder, als auch ich - ganz begeistert waren, fragten sie immer
wieder, wann ich denn mal längere Zeit zu Besuch kommen werde.
Und dann war es endlich so weit - der große Tag war da.
Endlich ging es los - bepackt mit meiner Decke, meinem Kamm und Bürste, meinem
Zahnputzsachen (für was das im Kindergarten gut sein sollte, war mit ein Rätsel) und vor
allem mit vielen herrlichen Leckerchen.
Die Kinder saßen schon alle wartend und gespannt im Stuhlkreis und ich freute mich schon
riesig, dass ich sie alle wiedersehen durfte - und sogar diesmal für längere Zeit.
Zuerst setzte ich mich neben mein geliebtes Frauchen und die
Kinder erzählten mir, wie ich aussehe - von der Schnauze bis zur Schwanzspitze, von den
Ohren bis zu den Pfoten - was ja für mich ganz interessant war. Schließlich sollten sie
wissen, wie ich mich anfühle und alle Kinder, die mich streicheln wollten, kamen schön
der Reihe nach zu mir, berührten mich langsam, manche schön zärtlich und von vielen
bekam ich noch ein Leckerlie als Geschenk. Als mein Frauchen fragte, wie sich mein Fell
denn anfühle, sagte doch glatt ein Mädchen: Wie mit Perwoll gewaschen und
ein Junge äußerte sich so: schön kuschelig usw..
Das alles war für mich natürlich eine Riesenfreude. Ich spürte und wusste: die mögen
mich. Danach sprachen sie über meine Fell- und Körperpflege und manche Kinder bürsteten
mein - wie mit Perwoll gewaschenes - Fell. Danach zeigte mein Frauchen meine
Zahnputzutensilien - jetzt wußte ich auch, warum dies alles mitgebracht wurde - und sie
erklärte in diesem Zusammenhang auch, was ich gerne esse, und warum ich nie etwas
Zuckersüßes essen dürfte. Auch der richtige Umgang, sowohl mit mir, als auch mit meinen
Artgenossen, wurde besprochen. Und nun konnte ich frei umherlaufen, alle Kinder
beschnuppern, es gab so viel zu riechen und immer wieder wurde ich schön gestreichelt.
Manche Kinder gaben mir Befehle wie Sitz und Platz, die ich
natürlich sofort befolgte, und zur Belohnung bekam ich dann von dem entsprechenden Kind
etwas Leckeres. Das alles war ein herrlicher Spaß. Die Kinder waren stolz auf sich
selbst, weil sie imstande waren, mich in verschiedene Stellungen zu bringen, und auch ich
freute mich sehr, weil ich ihnen endlich zeigen konnte, welches Programm ich spielend
beherrsche.
Danach ging es ins Freie, die Kinder führten mich an der Leine spazieren, immer
abwechselnd, so dass jedes, das mit mir gehen wollte, die Möglichkeit dazu hatte. Zum
Abschluss spielten wir zusammen mit dem Ball und ich hatte Gelegenheit zu zeigen, was ich
für ein guter Fänger bin.
Da war was los, und als ich auf zwei Beinen lief, damit ich größer war und den Ball
besser fangen konnte, waren die Kinder ganz erstaunt und ein Junge sagte spontan:
Der Ali kann ja gehen wie ein Mensch.
Danach wurde noch ein Gruppenbild mit Ali-Baba gemacht und so ging für mich
ein sehr angenehmer und spannender Nachmittag im Kindergarten zu Ende. Ich kann nur sagen,
daß es ganz toll war für mich, natürlich auch für die Kinder und für mein Frauchen.
Als die Kinder fragten, wann ich denn wiederkommen würde, war die Antwort schon
sehr bald! Stolz und voller Freude verließ ich dann den Kindergarten. Mein Frauchen
erzählte mir am nächsten Tag, dass mit den Kindern Kromi-Masken gebastelt wurden und die
Kinder voller Spaß damit Ali-Baba im Kindergarten spielten.
Marliese und Norbert Heilig
Graben-Neudorf
aus wuff 2/2000