Körung West 2004

von Heike Haase

Die erste Körung in diesem Jahr hat wieder reichlich Zuspruch erfahren, nicht nur was die Zahl der Teilnehmer, sondern auch der interessierten Beobachter betraf. Sie fand wieder auf dem Gelände des Gebrauchshundevereins Velbert-Dalbecksbaum statt. Das Gelände ist ideal, denn da das Übungsareal vom Vorplatz abgezäunt ist, sind Störungen durch frei herumlaufende Hunde und Menschen ausgeschlossen, und auch der Geräuschpegel hält sich in Grenzen. Ein entspannteres und konzentrierteres Arbeiten als bei den anderen Körungen, wo inmitten des Geschehens ein Körbereich abgesteckt werden muss, war daher möglich. 

  Beurteilung auf dem Richtertisch

Als Richterin stand uns Frau Jutta Brockmann zur Verfügung, die uns von früheren Körungen bereits als gute und souveräne Richterin, die mit den Hunden freundlich umgeht, bekannt war. Herr Nohse als Körleiter und Herr Müller als Zuchtleiter vervollständigten die Körkommission. Für die Schreibarbeit hatte sich Christa Steinbrink zur Verfügung gestellt, und ich hatte die Ehre, die vierbeinigen Teilnehmer zu fotografieren. 
Mit 28 angemeldeten Teilnehmern, von denen 27 erschienen waren, war die Körkommission nah an der Grenze ihrer Kapazitäten, sowohl zeitlich, wie auch arbeits- und konzentrationsmäßig. Es wurde daher schon um 9.30 Uhr begonnen und zügig gearbeitet. Zuerst wurden die 12 Rüden einzeln von der Richterin beurteilt und anschließend von beiden Seiten und von vorn fotografiert. 
Hierzu ein paar Anmerkungen: Beim Fototermin zeigte sich, wer geübt hatte. Denn einige Hunde blieben ganz ruhig und locker stehen und ließen sich von allen Seiten ablichten. Die Qualität der Fotos spricht für sich. Andere Hunde aber hatten wohl die Hundeschule zu sehr verinnerlicht: Als artiger Hund setze ich mich hin. Zugegeben, es ergibt ja wirklich putzige Bilder, wenn der Kromi auf seinem kleinen Hintern sitzt und sein Frauchen so treuherzig anguckt: Krieg ich jetzt ein Leckerchen?!! Wir brauchen aber Bilder des stehenden Hundes, weil man nur darauf Körperbau, Proportionen und Fellzeichnung ausreichend gut erkennen kann. Auch auf Ausstellungen oder Körungen muss der Richter den stehenden Hund beurteilen. Also, es lohnt sich wirklich, dem Hund die beiden kleinen Kommandos „Steh“ und Richterbeurteilung auf dem Tisch „Bleib“ beizubringen, auch wenn man sie in der Hundeschule nicht lernt. 
















Gehen durch die Gasse während in die Hände geklascht wird. Bleibt der Prüfling ruhig?
Nach der Exterieurbeurteilung der 12 Rüden, und nachdem dann auch alle 12 ohne größere Vorkommnisse der Wesensprüfung unterzogen worden waren, war es mittlerweile Mittag, und die Körkommission zog sich zur Beratung zurück, während es für alle die Gelegenheit gab, sich an den vom dortigen Hundeverein sehr preiswert angebotenen Speisen vom Grill oder der Kuchentheke nebst Getränken zu stärken. 
Ausser Konkurenz ... Nach der Mittagspause kamen die 15 Hündinnen dran. Diese ließen sich eher als die Rüden von dem etwas wackeligen, rutschigen Tischchen, auf dem die Richterin die Beurteilung durchführte, verunsichern (das nächste Mal gibt’s einen besseren - versprochen!), dafür verlief die Wesensprüfung bei den Damen sehr harmonisch. 

Alle 27 beurteilten Hunde entsprachen dem Standard, teils mit kleinen, nicht zuchtausschließenden Abweichungen. 24 von ihnen wurden uneingeschränkt für zuchttauglich befunden, eine Hündin für zuchttauglich mit Auflagen bei der Auswahl der Paarungspartner. Ein Rüde wurde zurückgestellt, da sein Gangwerk nicht ausreichend zu beurteilen war. Eine Hündin ist bis zur Vollendung des 4. Lebensjahres gesperrt. 

Gegen 17 Uhr waren alle Teilnehmer entlassen. Es war ein anstrengender Tag für alle. Vor allem die Körkommission hat bewundernswerte Arbeit geleistet: Trotz eines Pensums, so groß wie nie zuvor bei einer Körung, wurde jeder einzelne Hund sorgfältig und verantwortungsvoll beurteilt. Man war sich aber auch darin einig, dass zwischen der letzten Körung des Vorjahres (September) und der ersten des neuen Jahres (Mai) ein zu großer Zeitraum liegt, so dass sehr viele Hunde, die im September noch nicht das Mindestalter erreicht hatten, inzwischen „körreif“ geworden sind. Daher wird ab dem nächsten Jahr eine vierte Körung eingeführt, genannt Körung Mitte. Sie findet erstmalig am 13. Februar 2005 in Büren-Steinhausen in der Gemeindehalle statt.
aus wuff 2/2004