Kromis und Kinder, das passt nicht zusammen!?
Ein Erfahrungsbericht
| Immer wieder wenden sich Welpeninteressenten an mich mit der Frage, ob es denn stimme, was sie bei manchen Züchtern zu hören bekommen, wenn sie diesen berichten, dass sie kleinere oder überhaupt Kinder in der Familie haben: „Kromis und Kinder, das passt nicht zusammen.“ | |
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Ich selbst habe fünf Kinder und erwarte im Moment meinen fünften Wurf als Kromizüchterin. Meine Kinder, worunter sich zweimal Zwillinge befinden, sind zwölf, zwei und ein Jahr alt. In den bisherigen vier Würfen brachten meine zwei bislang eingesetzten Hündinnen insgesamt 21 Welpen, von denen einer noch bei mir ist, und hoffentlich bald den ersten Mutterfreuden entgegensieht. Da ich die Ansicht vertrete, dass Kromis und Kinder grundsätzlich sehr gut zusammenpassen, wenn man bestimmte Dinge beachtet, habe ich einfach mal eine kleine Privatumfrage unter den Käufern meiner Welpen gestartet,deren Ergebnis ich hier gerne vorstellen will. Die Fragestellung war: Wie verhält sich der Hund gegenüber eigenen Kindern, Kindern aus der Familie und fremden Kindern? |
| Das ist Wanda Gräfin von Westarp jr. mit Birke vom Treuter | |
| Von 21 befragten Treuter-Kromi-Familien antworteten 14. Das entspricht einer Teilnahme von 66 Prozent. Von den Umfrageteilnehmern haben acht (57%) keine eigenen Kinder mehr im Haus. Bei den sechs Familien mit Kindern im Haus gibt es keine Probleme, was das Verhalten der Hunde gegenüber den eigenen Kindern betrifft. Bei allen 14 Teilnehmern gibt es „Familienkinder“, also Enkel usw. und bei einem Umfageteilnehmer macht der Hund hier Probleme, was sein Besitzer mit Angst begründet, entweder auf Seiten der Kinder oder des Hundes. Das entspricht sieben Prozent. Kontakt zu fremden Kindern haben auch alle Hunde. Hier gibt es in einem Fall größere Probleme (7%) und in zwei weiteren Fällen manchmal Probleme (14%). |
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"Birke Sitz!" |
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Alle drei Familien geben an, dass das relativ aggressive oder abwehrende Verhalten des Hundes jedoch nie aus heiterem Himmel kommt, sondern auch hier wieder eine Ursache in sich übertragender Angst und Unsicherheit hat.
Alle Umfrageteilnehmer meinten, dass dem Hund der Umgang mit der Altersgruppe von Kindern am leichtesten fiele, an die er am meisten gewöhnt sei. Ich will nicht behaupten, dass ich nun ein repräsentatives Ergebnis vorstellen kann, dennoch gibt es also nur bei ca. einem Fünftel bzw. 21 Prozent meiner Hunde überhaupt Probleme mit Kindern. So kann ich mich also zumindest auf den Standpunkt stellen, dass man das Kinder-Kromi-Problem auch in den Griff bekommen kann. Grundsätzlich denke ich, dass Hunde, die im Welpenalter |
| Geht doch! | |
| Kinderkontakt haben, anders sozialisiert werden als Welpen z.B. bei alleinlebenden Züchtern. Dieses Mit-Kindern-groß-Werden hinterlässt seine Spuren im Inneren des Welpen. Später empfindet er Kindern gegenüber weniger Angst und ist darum auch seltener ängstlich/aggressiv. Der andere wichtige Faktor ist natürlich die weitere Erziehung des Hundes in der neuen Familie. Man sollte darum vielleicht darüber nachdenken, a) Familien mit Kindern an Züchter mit Kindern zu verweisen und b) mehr Familien mit Kindern in die Reihen der Züchter zu bekommen. Außerdem sollte die Aussage von oben vielleicht dahingehend relativiert werden, dass Kromis, die in den Züchterfamilien keine Kinder kennenlernen, später schwerer daran zu gewöhnen sind. Noch eine Überlegung am Schluss: Hunde, die lernen, dass sie erst nach allen Menschen in der Familie in der Rangordnung folgen, sollten eigentlich keine Aggression gegenüber Kindern zeigen. Begibt ein Mensch sich mit oder ohne Absicht auf „Hundeniveau“, z.B. durch Verwöhnen oder die Fortbewegungsart eines Krabbelkindes, sieht der Hund die Chance auf seine eigene Aufwertung und wird versuchen, sie zu nutzen. |
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| Eleonore von Westarp |
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aus wuff 1/2001