Ein Kromi auf der Gehaltsliste


Als uns vor nunmehr fast fünf Jahren klar wurde, dass uns zu unserem Glück noch ein Hund fehlt, ging das Überlegen los: Welche Hunderasse passt zu uns am besten? Da wir zwei Islandpferde haben, ist für uns seine Eignung als Begleiter beim Reiten sehr wichtig. Also sollte er ein großes Laufbedürfnis haben, dazu jedoch wenig Jagdtrieb. Auch sollte er nicht zu groß und sein Fell pflegeleicht sein. Wir wälzten unzählige Hundebücher über die verschiedenen Rassen, bis wir eine Beschreibung des Kromfohrländers entdeckten. Unsere Neugier war geweckt. Auf Kromfohrländertreffen in Tostedt und Trittau konnten wir uns dann ein Bild von dieser Rasse machen und fanden auch gleich Kontakt zu Züchtern. So kam es, dass wir schon bald überglücklich unsere Grima (Bille vom Steenbrook) in Bremen bei Familie Steinbrink abholen durften.

Schon mit neun Wochen machte Grima auf der Koppel erste positive Erfahrungen mit Pferden. Ganz begeistert leckte sie den herankommenden Ponies die Nasen! Im Laufe der Zeit ist aus Grima ein prima Pferdebegeithund geworden. Da wir immer aufgepasst haben, sie nicht zu überfordern, macht es ihr großen Spaß, mit den Pferden zu laufen. Wie viel Freude sie an den gemeinsamen Ausritten hat, zeigt sie deutlich, wenn es endlich losgeht! Sie springt so hoch sie kann und bellt und jault in den höchsten Tönen. Unsere Nachbarn guckten anfangs immer sehr erstaunt, und fragten, was denn mit dem Hund los wäre.
Dauert der Ritt länger, kommt Grima erst so richtig in Fahrt. So trägt sie beispielsweise nach 3 Stunden noch riesige Stöcke herum oder beginnt wie eine Wilde zu toben. Da die Kromfohrländer so gerne laufen, Grima kann jedenfalls oftmals kein Ende finden, ist es allerdings sehr wichtig, seinen Hund gut zu kennen und zu wissen, wie viel er leisten kann, ohne sich zu überfordern. 
Bille (Grima) vom Steenbrook
Grima hat ein sehr gutes Verhältnis zu den Pferden entwickelt. Auf der einen Seite hat sie Respekt vor ihnen, hält den nötigen Abstand und passt sehr gut auf, nicht unter die Hufe zu geraten. Ist sie doch einmal unaufmerksam, genügt ein kurzes „Pass auf“ und sie weicht aus. Auf der anderen Seite hat sie aber keine Angst vor den Pferden. So ist z.B. das An- und Ableinen vom Pferd aus, das vielen Reitern Schwierigkeiten macht, für uns kein Problem. Hierzu muss sie dicht ans Pferd kommen, ihre Vorderpfoten auf meinen Fuß im Steigbügel stellen und so lange still halten, bis ich die Leine ein- bzw. ausgehakt habe. Wieviel Vertrauen sie zu den Ponies hat, zeigt sich auch, wenn wir einen Bekannten mit seinen beiden Hündinnen treffen und einen Klönschnack halten. Werden die Hündinnen zu aufdringlich, stellt Grima sich einfach unter ein Pferd, denn dort fühlt sie sich sicher.
Reiten wir nicht direkt an einer Straße, darf Grima meist ohne Leine mit dem Pferd laufen, denn da sie auf Zuruf sofort zu uns kommt und neben dem Pferd absitzt, ist auch die Begegnung mit Fußgängern, Radfahrern und Jägern kein Problem. Mittlerweile denkt sie so gut mit, dass sie häufig schon von allein an den Rand des Weges geht, um einem sich nähernden Auto oder Fahrrad auszuweichen.

Mit dem Tempo der Pferde kommt Grima gut zurecht. In allen Gangarten hält sie prima mit, meist findet sie sogar noch Zeit zum Schnuppern, um anschließend mit einem kurzen Sprint wieder aufzuschließen.
Bille (Grima) vom Steenbrook
Trotz all dem Positiven, dass ich hier schildere, möchte ich nicht verschweigen, dass uns ein Punkt gelegentlich Schwierigkeiten bereitet. Und zwar die Begegnung mit anderen Hunden. Sind diese nicht an der Leine, geht es in der Regel gut, sind sie jedoch angeleint, kann es schwierig werden. Kommt der Hund uns entgegen, lasse ich Grima neben dem Pferd abliegen, dann benimmt sie sich vorbildlich, sogar wenn der andere Hund sie anbellt. Wollen wir jedoch überholen, kommt es vor, dass sie an der Leine zieht und sich dem Hund gegenüber aggressiv gebärdet. Trotz vielem Üben ist es uns bis jetzt nicht gelungen, ihr dieses Verhalten ganz abzugewöhnen. Zum Glück ist der Kromi kein so großer Hund, so dass Grima mich nicht vom Pferd ziehen kann. Um diese Situationen zu meistern, ist es natürlich wichtig, ein Pferd zu haben, dass sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen lässt.

Alles in Allem kann man wohl behaupten, dass ein gut erzogener Kromfohrländer sehr gut als Pferdebegleithund geeignet ist. Hervorzuheben wäre auch noch seine enorme Reaktionsschnelligkeit, denn auch das bravste Pferd erschrickt sich gelegentlich und macht evtl. einen Sprung zur Seite. In so einem Fall ist es für den Hund sehr wichtig, blitzschnell auszuweichen, um nicht verletzt zu werden.


Vera Isokeit

(aus wuff 3/2001)

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